Alle Int. SWIFT & BIC Code

SWIFT
Ein Begriff, der aus dem Auslandszahlungsverkehr nicht wegzudenken ist, ist S.W.I.F.T.
SWIFT ist die Abkürzung für Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunications. Wie aus dem Namen hervorgeht, handelt es sich um eine Gesellschaft, die für Telekommunikation zwischen Banken weltweit sorgt. Träger der Gesellschaft mit Sitz in La Hulpe, Belgien, sind die Banken selber. Anteilseigner oder members (und Stimmberechtigte im Verhältnis des generierten Nachrichtenvolumens) konnten bislang nur Banken sein, andere Finanzinstitute wie Broker, Investmenthäuser, Börsen und Wertpapierclearer konnten seit 1987 nur als stimmrechtslose Teilnehmer oder participants Kunde von SWIFT werden. Im März 2000 wurde jedoch entschieden, daß auch einige Teilnehmer aus dieser Kategorie Vollmitglied werden können.
Gleichzeitig wird der Begriff SWIFT auch umgangssprachlich für das Netz benutzt, das SWIFT als Gesellschaft bereitstellt.
Der Begriff Telekommunikation klärt auch gleich ein häufiges Mißverständnis: Über SWIFT wird kein Geld ausgetauscht, sondern nur Nachrichten.
In diesen Nachrichten teilt dann eine Bank zum Beispiel einer anderen mit, daß für deren Kunde ein Überweisungsauftrag vorliegt, dessen Gegenwert sich die Empfängerbank bitte zu folgendem Termin von dem genannten Verrechnungskonto holen möge und an den Zahlungsempfänger weitergeben soll. Ebenso gibt es aber Nachrichtentypen für Auszüge, für das Dokumentengeschäft, für Wertpapier- und Devisenhandelsgeschäfte etc.
Anfang 2005 gab es knapp 7500 Benutzer in 202 Ländern, die sich untereinander 9 Mio Nachrichten am Tag schickten. Die Laufzeit dieser Nachrichten liegt in der Regel im Bereich von 30 Sekunden (wenn der Empfänger angemeldet ist, sonst werden die Nachrichten in einer Warteschlange vorgehalten). Zu diesem Zweck läßt SWIFT ein weltweites Leitungsnetz betreiben und unterhält zwei redundante Hochverfügbarkeitsrechenzentren, OPC oder Operating Center genannt, in Europa und USA.
Jeder SWIFT-Teilnehmer hat eine eindeutige Kennung, den sogenannten BIC (Bank Identifier Code). Dieser hat 8 oder 11 Stellen und ist wie folgt aufgebaut :
bank code
4 Stellen Alphazeichen frei gewählt (Bundesbank z.B. MARK)
country code
2 Stellen Alphazeichen, ISO-Code des Landes (in Deutschland also DE)
location code
2 Stellen alphanumerisch zur Ortsangabe (z.B. FF für Frankfurt)
branch code
wahlweise 3 Stellen alphanumerisch zur Bezeichnung von Filialen
Einige Besonderheiten kann man auch am SWIFT-BIC erkennen :
Eine Null an der 8. Stelle kennzeichnet eine Testkennung
Eine 1 an der 8. Stelle gibt an, daß es sich nicht um einen Live-Teilnehmer handelt, der selber an SWIFT angeschlossen ist (sogenannte non-SWIFT BICs). Solche Kennungen können nur als eine Art Adreßkürzel in Nachrichten benutzt werden, wenn auf diese Bank verwiesen wird, diese Teilnehmer können aber selber keine Nachrichten senden oder empfangen
Bei US-amerikanischen Kennungen gibt die vorletzte Stelle des location codes die Zeitzone (3=Ostküste bis 6=Westküste) der betreffenden Bank an
Eine Stelle mit Sende-/Empfangsterminal hat immer eine 8-stellige Kennung, Filialen (11 Stellen) senden immer über die übergeordnete 8-stellige Nummer
Wegen seiner Eindeutigkeit wird ein im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr wie eine Art internationale Bankleitzahl verwendet. Diese Codes sind nach ISO 9362 genormt und SWIFT ist von ISO als die registration authority für die Umsetzung der Norm benannt worden.
Hinweis in eigener Sache: Sie können im Verzeichnis selber nach BIC Codes suchen! Die uns individuell per Email erreichenden Fragen nach den BICs einzelner Banken können wir nicht beantworten.
Nachrichten innerhalb des SWIFT-Netzes werden verschlüsselt, auf korrekten Aufbau geprüft, eindeutig referenziert, zwischengespeichert und auf Veränderungen überprüft. Vom Einzelterminal (an dem sich der einzelne Benutzer per Chipkarte identifizieren muß) bis zu den Rechenzentren (die angeblich keinen Vergleich mit Fort Knox scheuen müssen) wird so die Sicherheit der Nachrichten gewährleistet. Teilnehmer können außerdem untereinander gegenseitig individuelle Schlüssel austauschen (sogenannter BKE, bilateral key exchange), um Nachrichten zu signieren.
Nachrichten (oder Message Types/MT, wie sie genannt werden) im SWIFT-Netz haben als Typbezeichnung immer eine dreistellige Nummer. Die erste Ziffer gibt hierbei die Nachrichtenkategorie an:
0 steht für System Messages, zum Beispiel die Duplikatsanforderung einer gespeicherten Nachricht.
Customer Payments & Cheques
Nachrichten zu (End-)Kundenzahlungen, zum Beispiel MT 103 als Kundenüberweisung
Financial Institution Transfer
Nachrichten zu Bank-an-Bank Zahlungen, zum Beispiel MT200 als Bankübertrag für eigenes Konto
Foreign Exchange, Money Markets & Derivatives
Devisen-, Geldhandelsgeschäfte und Derivate, zum Beispiel MT300 als Bestätigung eines Devisengeschäfts
Collections & Cash Letters
Dokumenten-Inkassi
Securities Markets
Wertpapiertransaktionen
Precious Metals & Syndications
Edelmetallgeschäfte
Documentary Credits & Guarantees
Akkreditive und Garantien, zum Beispiel MT700 als Akkreditivausstellung
Travellers Cheques
Reisescheck-Transaktionen
Cash-Management & Customer Status
Cashmanagement/Auszüge wie zum Beispiel der MT940 als Bank-an-Kunde Kontoauszug
SWIFT vertreibt außerdem auch Software zur Nutzung des SWIFT-Netzes (z.B. Alliance), gibt Verzeichnisse der Banken und deren BIC-Codes in Papier- und Elektronikform heraus, sorgt für die Standardisierung von Nachrichtentypen und stellt sein Netz auch als Provider für Filetransfer von Massendaten zwischen Banken zur Verfügung.
Click zur BIC / Swift Datenbank




