Philippinen Mabuhay

Philippinen Mabuhay

Fläche 269′404 Km² banknote_philippinenjpg.jpeg
Bevölkerung 67 Mio
Hauptstadt Manila (10 Mio)
Staat Republik
Währung Peso
Zeitverschiebung MEZ + 6 Std (Sommerzeit)

Kultur und Leben

Die Kultur und Lebensart der Filipinos ist durch eine langdauernde Kolonialzeit geprägt. Zuerst während 325 Jahren durch die Spanier, dann 100 Jahre durch die Amerikaner. Obwohl die Philippinen von den Amerikanern am 4. Juli 1946 als 1. Kolonie Asiens in die Unabhängigkeit entlassen worden sind, gilt für sie der 12. Juni 1898 als Unabhängigkeitstag. Nachdem die spanische Flotte in der Bucht von Manila durch die Amerikaner entscheidend geschlagen wurde, erklärte Revolutionsführer Emilio Aguinaldo, 377 Jahre nachdem Ferdinand Magellan die Philippinen entdeckt hatte, das Land als unabhängig. Die Unabhängigkeit dauert allerdings nur kurze Zeit. Gemäss dem Pariser Friedensvertrag von Dezember 1898 überlässt die absteigende Grossmacht Spanien der aufkommenden Weltmacht USA die Philippinen, Puerto Rico und Guam für eine Entschädigung von 20 Mio US$. Die spanische Herrschaft hatte ihr Ende gefunden, diejenige der Amerikaner gerade begonnen.

Die Philippinen sind das einzige Land Asiens, welches christianisiert wurde. Mehr als 90% aller Filipinos gehören einer christlichen Gemeinschaft an (mehr als 80% davon römisch-katholisch). Die Philippinen sind auch das einzige Land in Asien, dessen Bevölkerung fliessend englisch spricht. Und trotz allem besteht eine Vielfalt von geographischen und kulturellen Unterschiede. Es gibt 87 Sprachen, wobei Tagalog, Cebuano und Ilocano die drei wichtigsten sind. Zwei Drittel des philippinischen Volkes lebt von Erträgen der Fischerei und Landwirtschaft. Reis ist wie überall in Asien das wichtigste landwirtschaftliche Produkt. Etwa 7 Mio sind es - in den USA alleine 1,2 Mio - welche auf diese Art für eine finanzielle Unterstützung ihrer Familien sorgen und jährlich schätzungsweise 10 Milliarden $ nach Hause überweisen.

Geschichte

Die ersten Menschen erreichten vermutlich um 40.000 v. Chr. die Philippinen. Damals war aufgrund der Eiszeit der Meeresspiegel um einiges niedriger, so dass man die Philippinen, aber auch Neuguinea und Australien auf dem Landweg erreichen konnte. Die Ureinwohner der Philippinen heißen Negritos oder Aeta.

In der Zeit von 3.000 bis 2.500 v. Chr. wanderten austronesische Stämme von Taiwan her kommend südwärts ins Land und von dort aus weiter nach Süden. Die Bevölkerung hing in dieser Zeit animistischen Glaubensrichtungen an. Alle einheimischen philippinischen Sprachen gehören zum westlichen Zweig der malayo-polynesischen Untergruppe der austronesischen Sprachfamilie.

Einflüsse aus anderen asiatischen Kulturen

Um das Jahr 700 gerieten die heutigen Philippinen unter den kulturellen Einfluss des buddhistisch-hinduistischen Großreiches Sri Vijaya. Ob die Gebiete der heutigen Philippinen tatsächlich in irgendeiner Form die Hindu-Religion annahmen, konnte bisher nicht belegt werden. Die Philippinen gehörten nicht zum Sri Vijaya Reich, das auf Sumatra seinen Mittelpunkt hatte und seine Macht über die Straße von Malacca, die Sundastraße und Teile von Java durchsetzte.

Das erste schriftliche Dokument der philippinischen Geschichte ist die Kupferplatte von Laguna, die auf das Jahr 900 datiert wurde und unter Benutzung der indonesischen Kawi-Schrift in einer seltsamen Mischung aus Sanskrit, Altjavanish, Altmalaiisch und altem Tagalog geschrieben wurde. Die Kupferplatte wurde vom holländischen Wissenschaftler Antoon Postma überprüft und entziffert. Es handelt sich um eine Urkunde, auf dem der Häuptling von Tondo einem Mann namens Namwaran seine Schulden erlässt.

Aufstrebender Islam

1380 gelangte der Araber Sarif Maqdum als islamischer Missionar nach Mindanao. Ihm folgte Raja Baginda, der die Jolo-Inseln zusammen mit malaiischen Siedlern in Besitz nahm. Weitere malaiische Eroberer folgten, die im südlichen Mindanao muslimische Sultanate gründeten und damit die Islamisierung vorantrieben, die jedoch die alten Bräuche der Einheimischen weitgehend tolerierte.

In dieser Zeit wurde auch Manila als Festung an der Mündung des Pasig-Flusses durch den malaiischen Moslem Raja Sulayman gegründet. Er stammt aus Brunei, wo er Raja Muda genannt wurde, und war der Schwiegersohn des damals herrschenden Sultans von Brunei Abdul Kahar.

Magellan

Am 16. März 1521 entdeckte der portugiesische Seefahrer Fernão de Magalhães (Ferdinand Magellan), unter spanischer Flagge segelnd, die südphilippinischen Inseln für den europäischen Kulturraum. Magalhães stirbt bei einem Gefecht auf den Philippinen auf Mactan nahe Cebu, vermutlich durch die Hand des Kriegerhäuptlings Lapu Lapu.

legaspi1.jpgZwischen 1525 und 1542 gab es vier weitere spanische Expeditionen auf die Philippinen. Ruy Lopez de Villalobos, Kommandant der Expedition von 1542, gab den Inseln nach dem damaligen spanischen Infanten, dem späteren König Phillip II., ihren heutigen Namen.

Ende 1564 segelte Miguel Lopez de Legazpi auf Befehl des Vizekönigs von Neuspanien Richtung Philippinen und erreichte Anfang 1565 die Visayas. Dort errichtete er mehrere Kolonialsiedlungen, verbündete sich mit manchen Häuptlingen wie Datu Sikatuna und bekämpfte andere wie Raja Tupas. 1567 errichteten spanische und mexikanische Soldaten auf Cebu die Festung Fuerza de San Pedro.

1569 schickte Legazpi zwei seiner Kommandeure, Juan Salcedo und Martin de Goiti weiter nach Norden. Diese erreichten 1570 die Manilabucht. Die Stadt von Manila befand sich unter der Herrschaft des moslemischen Herrschers Raja Soliman. Die Spanier nutzten Streitigkeiten unter den Einheimischen, um diese mit ihrer überlegenen Waffentechnik zu erobern. Im Jahre 1571 kam Legazpi nach Manila und gründete mit Hilfe der ehemaligen einheimischen Herrscher einen Stadtrat. An der gleichen Stelle wie die alte Moslemfestung wurde nun die befestigte spanische Altstadt von Manila gebaut, die Intramuros genannt wird und nur für Spanier zugänglich war. Manila wurde zur Hauptstadt der neuen philippinischen Kolonie, Legazpi wurde der erste Gouverneur.

Römisch-katholische Missionierung

Es kamen zahlreiche Mönche und Missionare auf die Philippinen und es gelang ihnen sehr schnell, einen Großteil der damaligen islamischen oder animistischen Bevölkerung zum Christentum zu bekehren. Die Missionierung wurde vornehmlich von katholischen Orden durchgeführt: Dominikaner, Franziskaner, Augustiner und Jesuiten.

Im Gegensatz zu den mittel- und südamerikanischen Ländern, wo die Spanier vielerorts bei den Indios auf erheblichen Widerstand stießen und deshalb das Christentum mit „Feuer und Schwert“ einführten, gelang es den Missionaren auf den Philippinen, die Bevölkerung schnell zum Katholizismus zu bekehren, auch weil Philipp II. von Spanien befohlen hatte, die Fehler auf dem amerikanischen Kontinent nicht zu wiederholen.

Da die Missionierung der Philippinen nicht mit Gewalt geschehen konnte vermischte sich der Katholizismus auf den Philippinen mit vorspanischen Traditionen. Die Missionare nutzten außerdem die alte Baybayin-Schrift zur Verbreitung christlicher Texte. 1611 wurde die Universidad de Santo Tomas als älteste katholische Universität in Asien in Manila eröffnet.

Die Moslems im Süden, von den Spaniern Moros genannt, konnten von den Kolonialherren jedoch nie völlig unterworfen werden. Die Spanier schätzten 1625, dass etwa 100.000 Moros auf Mindanao lebten (etwa 12 % der Gesamtbevölkerung). Auch die Bergstämme im Norden Luzons, Igorots genannt, widersetzten sich der Christianisierung.

Nach Meinung philippinischer Historiker wären die Philippinen ohne die Ankunft der Spanier Mitte des 16. Jahrhunderts vollständig islamisiert worden, wie es heute in Indonesien oder Malaysia der Fall ist.

Schwächung der spanischen Kolonialherrschaft

Von 1762 bis 1764 gelang es den Briten, im Rahmen des Siebenjährigen Krieges Teile des philippinischen Archipels vorübergehend zu besetzen. In der Ilocos-Region der Philippinen nutzen Rebellen unter Diego Silang die Gelegenheit zum Aufstand. Tausende Menschen wurden von Moro-Piraten entführt, die die mit den Briten beschäftigten Spanier nicht kontrollieren konnten.

Nach der britischen Invasion traten die Philippinen nach und nach in den Welthandel ein. Zunächst wurde in der Ilocos-Region ein Tabakmonopol errichtet mit dem Ziel, Tabak für den Export zu produzieren. Außerdem wurde das Land für private Händler und Investoren geöffnet. 1785 wurde eine königliche Handelsgesellschaft gegründet, welche den Anbau und den Export von Zucker, Kaffee, Indigo und Pfeffer betrieb.

Durch die britische Besatzung und die Kreolen-Revolte wurde den Einheimischen die zunehmende Schwäche Spaniens deutlich. Die Unabhängigkeit Mexikos und die Kreolen-Revolte weckten außerdem Sehnsüchte nach der eigenen Unabhängigkeit. Mexiko schickte sogar Geheimagenten auf die Philippinen, um die philippinische Unabhängigkeit zu unterstützen, was sich dann doch als etwas verfrüht herausstellte.

Ilustrados und die Entstehung eines Nationalbewusstseins

Im Laufe des 19. Jahrhunderts bildete sich aufgrund des Wirtschaftswachstums die neue Elite der ilustrados heraus, vorwiegend aus chinesischen und spanischen Mestizen und auch Mitgliedern der principalia. Ein wichtiges Charakteristikum dieser Elite war die Hochschulbildung, oft sogar im Ausland, und Professionen wie Medizin und Jura. Diese Elite kam mit den neuen Ideen in Berührung, die im 19. Jahrhundert in Europa kursierten.kkk1.jpg

1868 fand in Spanien eine Revolution statt und es wurde der liberale Carlos Maria de la Torre Gouverneur der Philippinen. Er führte liberale Reformen durch, insbesondere die Abschaffung der Pressezensur. Diese kurze Episode endete jedoch im Jahre 1871. Nach einer Meuterei philippinischer Soldaten in einer Schiffswerft in Cavite im Jahre 1872 wurden drei philippinische Priester, die für ihre liberalen Ideen bekannt waren, öffentlich mit der Garrotte hingerichtet. Liberale ilustrados wurden ins Exil geschickt bzw. verließen die Philippinen. Durch die Hinrichtung der drei einheimischen Priester wuchsen die Ressentiments gegen die Macht der spanisch beherrschten Mönchsorden.

1892 gründete Rizal nach seiner Rückkehr auf die Philippinen die Liga Filipina und forderte von Spanien soziale Reformen. Im gleichen Jahr wurde Rizal jedoch verhaftet und ins Exil nach Dapitan auf Mindanao geschickt, woraufhin die Liga zusammenbrach.

Revolution von 1896

Die Befreiungsbewegung Katipunan

Im Jahre 1892 bildete sich die nationalistische Protestbewegung Katipunan unter der Führung von Andres Bonifacio, einem ehemaligen Mitglied der Liga Filipina aus einfachen Verhältnissen. Dieser wird im Jahre 1893 zum Supremo (Führer) des Katipunan. Die Mitglieder des Katipunans, dass in seiner Organisation einer Geheimloge ähnelt, rekrutieren sich weitgehend aus einfachen Verhältnissen. Jose Rizal wurde 1896 zwar eingeladen, dem Katipunan beizutreten, dies lehnte er jedoch ab.

1896 kam es, nachdem spanische Geistliche über die Existenz des Katipunans erfahren hatten, zu einem Befreiungskrieg gegen die spanische Kolonialmacht. Jose Rizal wurde Ende des Jahres 1896 von den spanischen Kolonialmacht festgenommen, beschuldigt der Gründer des Katipunan zu sein (er wurde ohne sein Wissen von diesen als Ehrenpräsident verehrt) und hingerichtet. Rizal wird noch heute als Nationalheld der Philippinen gefeiert. Philippinische Nationalisten verehren jedoch den Revolutionär Bonifacio weitaus mehr als den reformistisch orientierten Rizal.

Am 14. Dezember 1897 wurde nach erbitterten Kämpfen ein Waffenstillstand mit den Spaniern vereinbart und Aguinaldo ging, nachdem ihm und seinen Männern Geld gezahlt wurde und Ihnen eine Amnestie erteilt wurde, ins freiwillige Exil nach Hong Kong. Der Aufstand ging trotzdem in vielen Provinzen weiter.

Unabhängigkeit

Gescheiterte Unabhängigkeit und Krieg mit Amerika

Am 25. April 1898 erklärten die USA Spanien den Krieg. Beim Spanisch-Amerikanischen Krieg ging es den USA um die Kontrolle über die verbleibenden Kolonialgebiete Spaniens und um den Zugang zu asiatischen Märkten durch die Philippinen. Am 1. Mai 1898 wurde die veraltete spanische Flotte in der Schlacht in der Bucht von Manila von der modernen US-Asienflotte der USA unter Commodore George Dewey in nur wenigen Stunden komplett zerstört.

Nach dem Sieg Deweys wurde eine Blockade über die Manilabucht verhängt. Trotzdem kamen Kriegsschiffe von Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Japan in die Manilabucht. Das deutsche Kontingent wurde bis zum 12. Juni, als Admiral Diederichs in Manila eintraf, größer als das von Amerika. Es kam zu Provokationen zwischen den Amerikanern und den Deutschen. Erst als die Briten sich auf die Seite der USA stellten, zogen die deutschen Schiffe ab.

cavite1.jpgAm 12. Juni 1898 erklärten sich die Philippinen für unabhängig und setzten Emilio Aguinaldo als Präsidenten ein. Dies fand in Malolos, Bulacan statt, da große Teile von Manila noch unter spanischer Kontrolle waren. In weiten Teilen des Landes unterlagen die Spanier Aguinaldos Truppen. Im Juli belagerten sie die befestigten spanischen Innenstadt von Manila, Intramuros genannt. Die Spanier weigerten sich jedoch, gegenüber den Filipinos zu kapitulieren, da sie Befehle hatten dies nur gegenüber den Amerikanern zu tun.

Am 13. August 1898 fand eine amerikanische Attacke auf Intramuros (siehe Schlacht von Manila (1898)) statt, bei dem Aguinaldos Leute mithalfen, seinen Truppen jedoch nicht gestattet wurde, die befestigte Stadt zu betreten. Am 14. August 1898 kapitulierten die Spanier und die USA verkündeten die Gründung einer Militärregierung.

Im Dezember wurden im Pariser Frieden, auch Vertrag von Paris genannt, die Philippinen sowie Puerto Rico und Guam für 20 Millionen Dollar an die USA übergeben. Kuba wurde zwar formal in die Unabhängigkeit entlassen, blieb jedoch vorerst unter US-Besatzung.

Am 4. Februar 1899 kam es durch amerikanische Soldaten zu der Erschießung eines philippinischen Soldaten, der in Manila eine Brücke in amerikanisch kontrolliertes Territorium überquerte. Dies war der Anfang des Philippinisch-Amerikanischen Krieges. Es kam seitens der Amerikaner jedoch nie zu einer formellen Kriegserklärung und Aguinaldo wurde zum Banditen erklärt.

Zunächst handelte es sich um einen konventionellen Krieg, doch nach der Ermordung des talentierten Generals Antonio Luna im Juni 1899 waren die philippinischen Streitkräfte geschwächt und mussten ab 1900 den Krieg mit Guerillamethoden fortsezten.

Ca. 12.500 amerikanische Soldaten kämpften in den folgenden drei Jahren gegen geschätzte 80.000-100.000 Rebellen. Es starben 4324 amerikanische Soldaten und ca. 20.000 philippinische Truppen sowie geschätzte 250.000 bis 1 Millionen philippinische Zivilisten. 26 der 30 amerikanischen Generäle, die im philippinisch-amerikanischen Krieg dienten, waren Veteranen der Indianerkriege. Entsprechend gab es sehr viele Greueltaten gegen Zivilisten, die vom Roten Kreuz bestätigt wurden und über die auch in der damaligen US-Presse berichtet wurde.

1901 wurde Aguinaldo mit Hilfe von zu den Amerikanern übergelaufenen Philippinern gefangengenommen. Die Revolutionäre machten jedoch unter General Miguel Malvar weiter, der im April 1902 kapitulieren musste. Daraufhin wurde der Konflikt seitens der USA für formell beendet erkärt, obwohl einzelne Guerillagruppen fast ein Jahrzehnt lang noch durchhielten.

Die Philippinen wurden eine US-amerikanische Kolonie unter einem Generalgouverneur. Englisch wurde zur Amtssprache erklärt und Englischlehrer ins Land gebracht.

Im Süden der Philippinen hatten sich die islamischen Moros bislang neutral verhalten. Dies änderte sich, als die USA in deren Gebiete die Moro-Provinz gründete. Es kam zu zehn weiteren Jahren erbitterten Krieg mit den Moros. Dabei kam es sowohl zu amerikanischen Greueltaten gegen die Moros (unter anderem durch General John Pershing) als auch zu den gefürchteten sabil-Attentäten, bei dem ein Moro-Kämpfer amerikanische Soldaten mit Schwertern attackierte, um unter Aufopferung seines Lebens soviele wie möglich zu töten.

Der lange Weg zur Halbautonomie

1907 wurde ein gewähltes philippinisches Parlament zugelassen. Unter Woodrow Wilson kam es ab 1913 zu einer Veränderung der amerikanischen Politik. Während die vorherigen republikanischen Regierungen die Philippinen als ewige US-Kolonie sahen, entschied sich die Wilson-Regierung dafür, Maßnahmen zu ergreifen um die Philippinen zur Unabhängigkeit zu führen und bei der Etablierung einer stabilen Demokratie zu helfen. Dazu gehörte Unterstützung beim Aufbau eines öffentlichen Schulsystems und eines Rechtsstaats.

In der amerikanischen Kolonialzeit kam es zu erheblichen Verbesserungen im Bildungs- und Gesundheitswesen des Landes. Die Alphabetisierungsrate verdoppelte sich und erreichte in den 30er Jahren 50%.

Zum Aufbau einer eigenen philippinischen Armee zog Quezon General Douglas MacArthur als Militärberater hinzu. McArthur wurde dabei von Dwight Eisenhower unterstützt. Nachdem McArthur 1937 seinen Ruhestand als US-General antrat, machte ihn Quezon sogar zum Feldmarschall der philippinischen Armee. Dies endete erst, als Franklin D. Roosevelt McArthur im Jahre 1941 in den aktiven Dienst zurückversetzte und zum Kommandanten des in Manila basierten Fernostkommandos der US-Streitkräfte ernannte.

2. Weltkrieg

Japanische Invasion, Okkupation und Widerstand

Nach dem Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 besetzten im Zweiten Weltkrieg die Japaner in der Schlacht um die Philippinen die Inseln. Trotz erbittertem Widerstand mussten US-amerikanische und philippinische Truppen unter US-Kommando im April 1942 auf Bataan aufgeben. Im darauffolgenden Todesmarsch von Bataan starben bis zu 10.000 Soldaten vor Ankunft in einem 100 Kilometer entferntem Militärgefängnis.

Erst ab Oktober 1944 gelang es US-amerikanischen Truppen unter dem Kommando von General Douglas MacArthur mit Unterstützung antijapanischer Widerstandskämpfer in fünfmonatigen Kämpfen die Philippinen zurückzuerobern. Weil sich japanische Truppen in Manila verschanzt hielten, dauerte die Befreiung Manilas bis zur Kapitulation Japans im September 1945 an, was zur weitgehenden Zerstörung von Manila (vor allem der alten spanischen Altstadt) führte. Ca. 1 Millionen Philippiner starben in Zweiten Weltkrieg.

Amerikanische Streitkräfte bekämpften die kommunistisch geprägten Hukbalahap. Einzelne japanische Soldaten kapitulierten nicht, sondern hielten im Dschungel aus, so dass der letzte japanische Soldat erst 1974 kapitulierte.

Republik der Philippinen

Die Philippinische Republik vor Marcos

Am 4. Juli 1946 wurden die Philippinen formal in die Unabhängigkeit entlassen. Die USA ließen sich aber vertraglich die Fortdauer der wirtschaftlichen Abhängigkeit für 28 Jahre garantieren. Am 14. März 1947 sicherten sich die USA außerdem für die Dauer von 99 Jahren die Hoheitsrechte über 23 Militärstützpunkte.

Der nationalistisch gesinnten Präsident Carlos Garcia (1957-1961) kürzte die Pachtdauer der US-Stützpunkte auf 25 Jahre mit einer darauf folgenden Option, die Pacht um jeweils fünf Jahre zu verlängern. Seine Filipino First Gesetzgebung bevorzugte philippinische Unternehmer gegenüber ausländischen Investoren.

1963 erhoben die Philippinen unter Präsident Diosdado Macapagal (1961-1965) aufgrund der Gründung der Föderation Malaysia Anspruch auf das auf der Insel Borneo gelegene Sabah. Sabah wurde 1878 durch den Sultan von Sulu an Großbritannien verpachtet, die 1963 das Territorium an Malaysia übergaben, das noch heute die vereinbarte Pachtsumme an die Nachfahren des Sultans zahlt. Bis heute ist die Sabah-Problematik offen.

Die Marcos-Zeit

Am 30. Dezember 1965 wurde Ferdinand Marcos Präsident. 1966 entsandte er ein Pionier-Bataillon nach Vietnam, um den USA zu helfen. 1967/1968 bewirkten die Enteignung der Bauern und das starke Bevölkerungswachstum (3,5 %) eine Arbeitslosenquote von rund 20 %. Die Huk-Bewegung erhielt großen Zulauf und kontrollierte weite Gebiete von Zentral-Luzón. Marcos ließ die kommunistischen Hukbalahap bekämpfen, bis diese ihre Aktivitäten einstellten. Er wurde 1969 als erster philippinischer Präsident wiedergewählt.

1970 brachen in Manila Studentenunruhen gegen das korrupte Marcos-Regime aus, unter anderem weil Marcos eine neue Verfassung vorbereitete, die die Beschränkung auf zwei Amtsperioden für einen Präsidenten aufheben sollte. Die Proteste dauerten zwei Jahre an.

Am 21. September 1972 verhängte Präsident Marcos das Kriegsrecht. Es kam zur Verhaftung von Zehntausenden Regimegegnern und zum Verbot der jeweiligen oppositionellen Presse.

1981 wurde das Kriegsrecht formal aufgehoben. Es kam zu sehr dubiosen Wahlen, bei denen Marcos mit sehr hoher Mehrheit gewann.

Am 21. August 1983 wurde der Oppositionsführer Benigno Aquino ermordet. Die Tat wird den Militärs angelastet. Am 25. Februar 1986 floh Marcos schließlich nach Unruhen ins Ausland. Die Witwe des ermordeten Benigno Aquino und Oppositionsführerin, Corazón Aquino, wurde neue Präsidentin (bis zum 30. Juni 1992).

Die Zeit nach Marcos

Während der Präsidentschaft von Frau Aquino wird 1987 eine neue Verfassung ratifiziert, bei der die Philippinen zum Präsidialsystem zurückkehren.

marcos1.jpgFrau Aquino hat mit zahlreichen Putschversuchen zu kämpfen, wird jedoch von ihrem Generalstabschef Fidel V. Ramos gestützt, der 1992 als erster Protestant zum philippinischen Präsidenten gewählt wird.

Zwischen dem 12. und 15. Juni 1991 ließ die Eruption des Vulkans Pinatubo auf der Insel Luzon für drei Monate die durchschnittliche Welttemperatur um 1,5° fallen. Der Temperaturrückgang wurde durch die große Menge an Asche und Staub, die in die Atmosphäre gestoßen wurden, verursacht. Dies war der weltweit stärkste Vulkanausbruch des 20. Jahrhunderts.

Dabei wurden auch die beiden wichtigsten philippinischen US-Stützpunkte Subic und Clark zu großen Teilen zerstört. Der philippinische Senat verweigerte daraufhin die 1992 fällige Verlängerung des Stützpunktvertrages von 1947. Am 30. September 1992 erfolgte der Abzug der US-Truppen von ihren Stützpunkten im Land, der angesichts der vulkanischen Katastrophe acht Monate zuvor begann.

Am 1. Juni 1999 tritt die Visiting Forces Agreement (VFA) in Kraft, das den erneute Stationierung von US-Truppen auf philippinischem Boden zulässt.

Am 20. Januar 2001 wurde Präsident Estrada nach einem skandalösen Amtsenthebungsverfahren durch Unruhen gestürzt. Daraufhin wurde Gloria Macapagal Arroyo neue Präsidentin.

Im Mai 2004 kann sich Gloria Macapagal Arroyo bei den Präsidentschaftswahlen knapp vor ihrem Gegenkandidaten Fernando Poe behaupten und wird für eine zweite Periode im Amt bestätigt. Die Wahl fand bereits am 10. Mai 2004 statt, nach Unstimmigkeiten bei der Stimmenauszählung jedoch wurde das offizielle Ergebnis erst Ende Juni verkündet. Im Juni 2005 kam es zum sogenannten Hello-Garci-Skandal, bei dem Arroyo Wahlbetrug vorgeworfen wurde. Ein Amtsenthebungsverfahren scheiterte jedoch.

Am 24. Februar 2006 kam es zu einem von der Regierung behaupteten Putschversuch durch Teile des Militärs. Über das Land wurde der Ausnahmezustand verhängt, regierungstreues Militär und andere Sicherheitskräfte sicherten strategisch wichtige Orte. Demonstrationszüge zum 20. Jahrestag von Marcos Sturz wurden verboten, Teile der Presse zensiert und stattfindende Demonstrationen von der Polizei gewaltsam aufgelöst. Am 3. März 2006 wurde der Ausnahmezustand wieder aufgehoben.

Die philippinische Regierung steht wegen dieser Morde unter internationalem Druck. Präsidentin Arroyo setzte eine Untersuchungskommission zur Aufklärung dieser Morde ein. Bis November 2006 wurden aber von dieser sogenannten Melo-Kommission keine Ergebnisse veröffentlicht.

Corazón Aquino
Politikerin, Staatspräsidentin der Philippinen (1986-92)
geboren: 25.01.1933 (Manila)

Joseph Ejercito Estrada
Schauspieler, Politiker, Staatspräsident der Philippinen (1998-2001)
geboren: 19.04.1937 (Manila)

Ferdinand Edralin Marcos
Politiker, Staatspräsident der Philippinen (1965-86)
geboren: 11.09.1917 (Sarrat (Insel Luzón))
gestorben: 28.09.1989 (Honolulu (Hawaii))

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(Die illustrierten Briefmarken stammen aus dem Vordruckalbum “Philippinen durch seine Briefmarken” vom selben Author)

©1999-2007 Text Wikipedia & Foto Willy Blaser