Zum kleinsten Vulkan der der „Grösste“ ist
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Zum kleinsten Vulkan der der „Grösste“ ist

Der Taal Vulkan, 60 Km südlich von Manila,

war ursprünglich ein riesiger Vulkan mit einer Höhe von mehr als 6000 Meter. taal-map.jpgSeine prähistorischen Ausbrüche haben die Topographie von Südwest Luzon stark verändert. Übrig geblieben ist eine 15 x 20 Km grosse, mit Süsswasser gefüllte Kaldera die heute als Taal-See bezeichnet wird. Unter der Wasseroberfläche sollen sich nicht weniger als 35 vulkanische Kegel befinden. Der einzige sichtbare Kegel, mitten im Taal-See gelegen, ist nur gerade 311 Meter hoch. Da er so klein scheint, wird er als kleinster Vulkan der Welt bezeichnet, in Wirklichkeit handelt es sich aber um einen der weltweit grössten. Wegen seiner häufigen und schweren Ausbrüche gilt er auch als einer der gefährlichsten der Welt. Seit 1572 ist der Taal mindestens 34 mal ausgebrochen. Bei der furchtbaren Eruption von 1911 überlebte keiner der 500 Inselbewohner. Der letzte grosse Ausbruch ereignete sich 1965 bei welchem sich ein neuer Krater im Südwesten der Vulkaninsel bildete. Die Eruption war von solch extremer Heftigkeit, dass die Eruptionswolken bis in die Stratosphäre schossen. Ausbrüche von Dampf und Gasen vernichteten sämtliches Leben im Umkreis von sechs Kilometern und die Lava brachte den See zum kochen. Die letzte Aktivität erfolgte 1992, seither werden regelmässig Erdbeben registriert. Dennoch leben wiederum einige Hundert Leute auf der Vulkaninsel. Um einen neuen Ausbruch besser voraussagen zu können, beobachten Vulkanologen und die lokalen Behörden die Aktivitäten des Vulkans sehr genau. Angst braucht man für einen Ausflug zum Taal deshalb nicht zu haben.

Den besten Blick auf den Taal-See hat man von Tagaytay-City.

Die Stadt liegt 600 Meter hoch über dem See und bietet vom Picnic Grove und People’s Park einen atemberaubenden Ausblick. Um es vorweg zu sagen, es ist ein wunderschöner Ausflug, hat aber seinen Preis. Die unmittelbare Nähe der Hauptstadt schlägt sich auf die Preise der Hotels nieder, zudem „versauen“ die vielen Japanischen und Koreanischen Touristen die Preise für die Überfahrt mit dem Boot und die Miete für das Pferd zum Krater-See hinauf. Wenn für den 45minütigen Aufstieg zum Kratersee mit dem Pferd ein halber Monatslohn eines Hausmädchens verlangt wird, steht dies in absolut keiner Relation. Aber eben, solange die Touristen solche Preise bezahlen, weshalb sollte man weniger verlangen!

Die Anfahrt von Manila mit dem Bus ist problemlos,

das einzige was man wissen sollte, ist ab welchem Terminal die Busse nach Tagaytay fahren. Die 2-stündige Fahrt ist dramatisch, schrecklich! Im Video wird die „Schlacht von Stalingrad“ gezeigt. Ständig bin ich zwischen Film und Landschaft hin und hergerissen. Da unser Bus über Tagaytay nach Nasugubu fährt und an keiner Busstation hält, gilt es vor allem das Aussteigen nicht zu verpassen. Tatsächlich, vermutlich vom Film abgelenkt, heisst es plötzlich „Aussteigen, aussteigen!“ Uff! taal_015.JPGDas hätte ich glatt verpasst! Von nun an ist es einfach. Um die beste Aussicht auf den Taal-See zu geniessen begibt man sich zum Tagaytay Picnic Grove (Eintritt 25 Pesos) oder weiter zum People’s Park in the sky (Eintritt 15 Pesos). Die Fahrt mit dem Jeepney zum Picnic Grove kostet 7 Pesos. Obwohl wir an einem Wochentag hier sind, ist der Park von zahlreichen Schulklassen besucht. Was für ein Volk wohl hier an einem Wochenende herrscht? Der Blick auf den blau schimmernden See umgeben von einer üppig grünen Landschaft ist zauberhaft.

Beim People’s Park ist es ruhiger.

taal_060.JPGDie Aussichtsterrasse ist auf dem höchsten Hügel der Umgebung gelegen. Man erkennt ihn leicht an seiner Parabolantenne.

Vom Eingang des Parks führt die Strasse etwa dreissig Höhenmeter hinauf. Ach, diese „armen“ Filipinos!

Lieber bezahlt man 30 Pesos für den Jeepney als diese kurze Strecke zu laufen. Und die Filipinos wollen im Jahr 2007 den Mount Everest besteigen! Die Sicht ist nicht so klar, dennoch geniesst man einen wunderbaren Eindruck über das „Highland“ von Tagaytay. Der Blick geht hinüber nach Batangas wo sich ein anderer Vulkan erhebt, der 1144 m hohe Mt. Makiling.

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Im Picnic Grove sowie im People’s Park

wird man als Tourist fast auf Schritt und Tritt von Schleppern verfolgt: jeder will Dir „sein“ Boattrip anpreisen. Die Preise variieren zwischen 1500 und 1000 Pesos. Man kann aber auch zuerst mit dem Jeepney für 25 Pesos nach Talisay, ans Seeufer, fahren. Ob die Preise dort allerdings für die Überfahrt billiger sind, bezweifle ich. Statt in Tagaytay zu übernachten, findet man in Talisay und Umgebung eine ganze Reihe von Resorts. Ab 1300 Pesos muss allerdings gerechnet werden.

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Aufstieg zum Krater

taal_090.JPGWir sind schon früh unterwegs. Besser so, es ist auch weniger heiss für den Aufstieg zum Kratersee. Vor dem Picnic Grove zweigt die Strasse rechts nach Talisay ab. Die steile Strasse führt in unzähligen Spitzkehren spektakulär zu See hinunter. Die Sicht auf die Kraterinseln ist unterwegs am schönsten. Der grossen Insel „Volcano Island“ vorgelagert, sticht ein kleiner Vulkankegel mit seiner seitlichen Krateröffnung ins Auge. Dieser entstand beim Ausbruch von 1911. taal_001.JPGDie meisten Besucher glauben denn auch, dass der zu besuchende Vulkansee sich hier befindet. Der Krater ist jedoch ausgetrocknet.

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Der See ist völlig ruhig.

taal_079.JPGInnert knapp einer halben Stunde erreichen wir Volcano Island. Dass meine Freundin auf dem Rücken eines Pferdes hinauf zum Krater gehen wird ist so klar wie ich zu Fuss gehe. Der Preis ist fix, es gibt kein verhandeln: 920 Pesos! Dass man die Absicht hat den Kraterrand zu Fuss zu erreichen ist für die Filipinos schon fast unverständlich. Man wird deshalb versuchen Dir zu erklären, dass man den Kraterrand ohne Führer nicht findet und der steile Weg nur auf dem Rücken eines Pferdes zu bewältigen ist. Lächerlich! Der Weg dauert nur etwa 45 Minuten und ist, dem herumliegenden Pferdemist folgend, leicht zu finden.

Beim ersten kurzen Aufstieg habe ich Mühe dem Pferd zu folgen. Obwohl es noch früh ist, brennt die Sonne unerbittlich. Im mittleren, flacheren Teil erhole ich mich wieder. Hinter mir kommt eine ältere Frau zu Pferd nach. Sie hat die Hoffnung, dass ich unterwegs aufs Pferd umsteige! Ich muss sie enttäuschen, wie die Träger hinauf zum Golden Rock in Myanmar. Das letzte Teilstück hinauf zum Kraterrand ist das steilste. Ich muss zahlreiche Stopps einlegen um zu verschnaufen. Dass es mit meiner Fitness nicht gerade zum Besten steht weiss ich, diesen Aufstieg nicht zu schaffen wäre aber lächerlich.

Auf dem Aussichtspunkt

taal_046.JPGtaal_075.JPGDer frische Wind oben auf dem Aussichtspunkt ist eine richtige Wohltat. Wir kommen ins Gespräch mit Nora (20). Seit ihrer Kindheit verkauft sie hier gekühltes Coca-Cola und Kokosnüsse. Ob viele Leute hier herauf kommen wollen wir wissen: „Oh ja, viele Japaner und Koreaner kommen hierher, aber erst so ab 10.30 Uhr“. Hast Du denn keine Angst so nahe beim Vulkan zu wohnen? „….Nein!“ Eine dumme Frage. Die Leute leben wo es einen Verdienst gibt. Die ältere Frau welche mir beim Aufstieg das Pferd anerbot, gesellt sich zu uns. Es ist die Grossmutter des Mädchens. Kommen Sie jeden Tag hier herauf? „Ja, jeden Tag, ausser wenn es gefährlich wird“. Haben Sie den Ausbruch von 1965 miterlebt? „Ja, wir wurden evakuiert, es war schrecklich“ Mit den Pferden? Nein, die blieben zurück auf der Insel!“

Am Ufer des Kratersees

taal_071.JPGsteigt eine kleine Fumarole auf, ansonsten ist von einer Aktivität nichts zu merken. Der aktive Teil (letzte Eruption 1992) befindet sich im hinteren südwestlichen Teil der Insel, der kaum besucht wird.

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Es ist Zeit zum Abstieg.

taal_062a.JPGDie Grossmutter kann noch immer nicht begreifen, dass ich ebenfalls hinunterlaufe! Der See ist bei der Rückfahrt am späteren Vormittag durch den aufkommenden Wind ziemlich rau. Klatschnass erreichen wir das Festland wo das Mittagessen bereits auf uns wartet.

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Tilapias

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Der Taal See ist bekannt für seine Fischzucht von Tilapias.

Der Tilapia ist weltweit einer der prädestinierter Art zur Aquakultur.

Er ist gegen Krankheiten widerständig, vermehrt sich leicht und kann in schlechter Wasserqualität leben.

Er wird hier in Käfigen gezüchtet, die in einer Tiefe von 1 – 5 Metern im See liegen.

Guter Grund diese Spezialität mal zu versuchen.

[Ratings]©1999-2007 Text und Foto Willy Blaser
Posted by Willy Blaser on September 30, 2004 in Batangas, Reiseberichte

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