Wunder in Angeles City
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Wunder in Angeles City

Wunder in Angeles City

Zurück im Sunset Garden werde ich mit einem herzlichen Mabuhay empfangen. Da wären wir also wieder! Schon beim ersten Rundgang zum nahegelegenen Checkpoint, stelle ich fest, dass es auch hier einige Neuerungen gegeben hat. Black Jack Hausi ist nun endlich in sein „Swiss Chalet“ gezügelt. Ein wirklich schmuckes Restaurant mit ausgezeichneter und preiswerter Schweizer Kost. swiss_chalet.JPGEs ist das einzige Restaurant in ganz Angeles in welchem das Salz nicht in der Streudose anklebt! Auch der JJ Supermarkt ist renoviert und wieder offfen. Neu gibt es nun auch einen 7-Eleven Laden. Immer noch zu, obwohl der Bau längst fertig gestellt ist, ist dagegen der Robinson Department Store. robinson.jpgMan munkelt, dass die gebotene Extra-Summe, sprich Schmiergeld, zum Erhalt der notwendigen Betriebsbewilligung noch zu wenig hoch sei! Nichts geändert hat sich im Pure Gold Supermarket: nach wie vor steht keine Aprikosenkonfitüre im Regal! jj.jpgDass aber die horrible Strasse die zu unserer früheren Wohnung führt, geteert wurde, ist die grösste Überraschung. So langsam beginne ich in den Philippinen an Wunder zu glauben! Wenn das so weitergeht wird ja vielleicht auch einmal die Dreckstrasse die zur Pick Up Disco führt, sowie die Fields Rd verbessert.

Das Leben wird ständig teurer

Es hat auch unerfreuliche Änderungen gegeben: durch die ständigen Bezinpreiserhöhungen (bereits sieben in diesem Jahr!) haben die Jeepney um 1 ½ Pesos von 4 auf 5 ½ Pesos aufgeschlagen. Der Preis für einen Liter Diesel stieg um 3.50 – 4.60 Pesos an und kostet heute 21.65 Pesos der Liter. Die Inflation ist im Monat Juni auf 6,6 % gestiegen! Wir Ausländer haben durch die Entwicklung des Devisenkurses aber keinen Grund uns zu beklagen. Für die Filipinos ist das Leben, für die meisten bei gleichem Lohn, massiv teurer geworden. benzinpreis_1.JPGDas Budget-Defizit der Regierung wird dieses Jahr auf etwa 200 Mia $ geschätzt. Die Regierung ist sich dessen bewusst, dass sie ohne baldige neue grössere Einnahmen langsam aber sicher in den Bankrott läuft. Sie versucht daher verzweifelt neue Einkommen zu schaffen, wobei es mit den Vorschlägen der Politiker, wie meistens, die sozial Schwächeren trifft. Letzte Idee war eine Taxe von 20 Centavos auf den SMS zu erheben. In den Philippinen werden täglich zwischen 120 – 150 Mio SMS verschickt! Die meisten der etwa 28 Mio Handybesitzer gehören jedoch der Kategorie der Niedriglohneinkommen an. Die Bessergestellten wären von der Taxe weniger betroffen, denn diese bevorzugen nämlich das teurere Telefonieren. Nachdem es mit der Manifestation „Text Power“ beinahe zu einem Volksaufstand kam, musste die Idee fallen gelassen werden. Auf das Jahresende ist allerdings mit einer drastischen Preiserhöhung der Dienstleistungen zu erwarten, man spricht bereits von einer Preiserhöhung des Stromes von 40%! Die wirtschaftliche Situation schlägt sich wie immer auf den Devisenkurs des US $: dieser ist inzwischen bei 56.45 angelangt.

Besuch im Astro Park

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…muss vor allem 100% Vertrauen in die philippinische Technik haben!

Schlagzeilen

Grosse Schlagzeilen und eine riesige Anteilnahme hat die Entführung eines Filipinos, Angelo de la Cruz, im Irak ausgelöst. De la Cruz der im Rahmen eines 51köpfigen humanitären Kontingentes tätig war und am 4. Juli gekidnappt worden war, wurde nach seiner Rückkehr wie ein Nationalheld empfangen und gefeiert. Er wurde mit Geschenken beschert (Land, Haus, Schulbildung, freie ärztliche Versorgung). Weniger Glück hatten die Familienangehörigen der beiden vorher im Irak ums Leben gekommenen Filipinos.
Weniger Schlagzeilen verursachten die Resultate der philippinischen Olympiateilnehmer. Bis zum letzten Tag hoffte die ganze Nation bei den Taekwondo-Wettkämpfen vergeblich auf die erste Medaille. Dass Thailand mit 3 Goldenen, 1 Silbernen und 4 Bronzenen erfolgreicher abschnitt als die Schweiz hätte ich aber auch nicht gedacht!

Neben einem Hühnerstall

Nach einem Monat Hotelleben ziehe ich mit meiner Freundin erneut in eine möblierte 3-Zimmer Wohnung in der Nähe des Friendship Gate ein. Es ist nicht die „Liebe auf den ersten Blick“ wie bei unserer letzten Wohnung, es lässt sich jedoch gut wohnen. Statt 18′000 Pesos kostet die neue Wohnung auch nur 8′600 (Sfr. 200.-) + Nebenkosten, immerhin ein hübscher Unterschied. In eine Wohnung in den Philippinen einzuziehen ist nicht ganz gleich wie in der Schweiz. Hier muss man zuerst alles selber reparieren: die WC-Spülung geht nicht, der Abfluss ist verstopft, die Brause verkalkt, die Wasserhähne rinnen, der Wasserschlauch kaputt und die Klingel funktioniert nicht! Es ist daher von Vorteil etwas handwerkliches Geschick zu besitzen. Am amüsantesten finde ich den Parkettboden im Schlafzimmer: bei feuchten Füssen kleben einem die Holzleisten an den Fusssohlen! 47 Stück habe ich bisher mit Instantklebestoff festgemacht. Was aber das schlimme ist, wir wohnen direkt neben einem Hühnerstall! Ich sehe bereits Euer Schmunzeln, doch dies ist ganz und gar nicht zum Lachen. Dieses anhaltende Gekrähe von morgens früh bis abends ist zum verrückt werden. Ich hasse seither Hähne, am liebsten würde ich diese vergiften! Hähne sollten doch bei Morgengrauen krähen; diese hier scheinen aber besonders dumm zu sein. Hört mal rein wie das zugeht: (ich habe zu jeder Tagesstunde zufällig eine Periode von fünf Minuten ausgewählt und dieses Gekrähe mal gezählt)

02.08 – 02.13 16 x   11.30 – 11.35 66 x  
03.40 – 03.45 41 x   12.05 – 12.10 4 x  
04.00 – 04.05 27 x   13.07 – 13.12 11 x  
05.20 – 05.25 90 x   14.22 – 14.27 26 x  
06.15 – 06.20 60 x   15.38 – 15.43 13 x  
07.28 – 07.32 83 x   16.50 - 16.55 71 x huehner_2.JPG
08.32 – 08.37 28 x   17.12 - 17.17 106 x Ich hasse Hähne!
09.10 – 09.15 62 x   18.30 – 18.35 0 x  
10.20 – 10.25 99 x   + das Hundegebell!

In der Nacht wird das reduzierte Gekrähe durch die Air Condition etwas übertönt, ich schlafe seither immer mit Ohrenpfropfen! Der Mensch ist jedoch unheimlich anpassungsfähig. Nicht, dass mich dieser Lärm nicht mehr stört, man nimmt ihn mit der Zeit nur weniger wahr.

Erbeben

Dass die Philippinen ein Erdbeben gefährdetes Land ist, ist bekannt. Seit Januar 1990 bis Juli 2004 hat das Philippine Volcanalogy und Seismology Institute 15′967 Erdbeben registriert. Das 15′968te habe ich in der Nacht auf den 12. September selber miterlebt. Zufälligerweise wach (diesmal nicht wegen den Hähnen!) vergingen einige Sekunden ehe ich realisierte, dass die Erde bebte. Erst als die Türe im Türschloss zu klappern begann, realisierte ich es. Während einigen Sekunden hatte ich das Gefühl wie auf einer Drehscheibe zu sein die sich nach links und rechts dreht. Dann war es wieder ruhig, fast unheimlich ruhig. Angst kam keine auf, dazu war es zu schwach. Dennoch berichtete die Tagespresse von einem mittleren tektonischen Beben, dass um 03.10 Uhr in Angeles City (bei uns) mit einer Stärke von 4 nach Richter Skala verspürt wurde. Im Epizentrum von Balanga wurde es mit einer Stärke von 6,2 gemessen.

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©1999-2007 Text und Foto Willy Blaser

Posted by Willy Blaser on September 27, 2004 in Angeles City, Reiseberichte

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