El Nido: im 3. Anlauf
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El Nido: im 3. Anlauf

Endlich, nach drei Versuchen werde ich El Nido besuchen,

dieser kleine malerische Touristenort an der Nordspitze der Insel Palawan, besuchen. Die Tickets sind gebucht und bezahlt. Dass sich ausgerechnet einige Tage vor dem Abflug der Taifun Unding (U = 21. Buchstabe des Alphabetes = 21. Taifun) den Philippinen näherte, hätte nicht unbedingt sein müssen. Zum Glück für uns, fegt dieser über die Ostküste und richtet dort in einigen Provinzen grossen Schaden an (bisherige Bilanz: 29 Tote und 84 Vermisste). Schon nur die Anreise nach El Nido ist das Geld wert. Eine halbe Stunde nach dem Start in Manila überfliegen wir mit unserer LET 410 UVP-E, ein 19 Plätzer speziell geeignet für STOL (short take off and landing) die Nordspitze der Insel Mindoro Oriental. Der Mt. Calavite ist vollends in den Wolken verhüllt. Schön erkennbar ist die Bucht von Paluan.

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Unser Flug hätte uns eigentlich von Manila direkt nach El Nido bringen sollen, doch wer in den Philippinen reist, muss ständig auf Änderungen gefasst sein. So ging es nicht mit dem Flug DG 465, sondern mit DG 563 mit Zwischenlandung auf der Insel Busuanga! Für einmal habe ich hierzu nichts einzuwenden, im Gegenteil, die Gegend um Coron ist nämlich ein weiterer Geheimtipp, vor allem für Taucher. Nach weiteren zwanzig Minuten kommen die ersten Inseln ins Blickfeld. Ob ich vielleicht sogar eine der 25 Giraffen auf Calauit Island erkennen kann? Ja, es gibt hier einen Wildpark mit Zebras, Antilopen und Giraffen, welche während der Marcos-Zeit aus Afrika eingeflogen wurden. Die Inselgruppe der Calamin ist jedoch zu gross und für mich unmöglich aus dem Flugzeug unsere genaue Position zu erkennen. Wir fliegen immer tiefer über einer hügeligen Landschaft. Demnächst werden wir wohl landen, aber wo ist das hier überhaupt möglich? Als ob vor vielen Jahrtausenden ein Trax am Werk gewesen wäre, erstreckt sich zwischen zwei Hügelketten eine topflache grüne Ebene, in dessen Mitte sich der rostrote Streifen der Landebahn hervorhebt. Wir sind in Busuanga gelandet. Von der traumhaften Lage von Coron ist hier oben auf dem Plateau leider nichts zu sehen. Macht nichts, ich komme bestimmt nochmals in dieses traumhafte Gebiet zurück.

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Bild links: die Ebene mit dem Flugfeld - Bild rechts: Coron (Küste Bildmitte)

Coron

Zwei deutsche Pärchen, einige Filipinos und ein Kampfhahn im Werte von 80′000 Pesos steigen aus, vier neue Passagiere steigen für die restliche Strecke nach El Nido zu. Wir erreichen die Nordspitze von Palawan. Diesmal sitze ich leider auf der falschen Seite. Zähneknirschend keine Aufnahmen machen zu können, blicke ich durch die kleinen Fenster auf meiner linken Seite und erhasche zwischendurch den Silberstreifen der Küste. Auch die Landung in El Nido ist ein kleines Erlebnis. Der Anflug erfolgt von der See her. Das Wasser unter uns kommt immer näher: 10 Meter, 5 Meter, 2 Meter, 1 Meter! Gibt es etwa eine Wasserung? Sekundenbruchteile später setzt der Pilot auf der Landepiste inmitten von Kokospalmen auf.

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Der Anflug von El Nido

Insel-Hüpfen

Der Flughafen liegt etwa fünf Kilometer ausserhalb der Stadt. Trikes bringen die Passagiere für 150 Pesos auf der holprigen Naturstrasse Strasse ins Bungalow. El Nido ist ein niedliches, sauberes, verschlafenes Nest. Das Städtchen liegt in einer schönen Bucht im Schutze eines Berghügels gelegen, hinter welchem sich die Sonne bereits kurz nach 16.00 Uhr verabschiedet. Die Temperatur wird dadurch etwas erträglicher, dafür gibt es leider keine Sonnenuntergänge! Der Bucht vorgelagert steht die Cadlao Island, die grösste und höchste Insel des Bacuit-Archipels.

Wie meistens wenn ich auf Reise bin, habe ich keine Hotel-Reservation. Ich vertraue den lokalen Taxis und Trike-Fahrern; diese kennen sich am besten aus und bringen Dich, auch wenn sie dafür eine Kommission kriegen, meisten in eine gute und preisgünstige Unterkunft. So steigen wir im Lally-Abet Bungalow Cottage, die erste Anlage an der Beach vom Flughafen herkommend, ab. Beim ersten Rundgang durch die Strassen und Gassen des Ortes begegnen wir freundlichen Leuten. Touristen gibt es nur Wenige, Verkehr fast keinen Die Häuser und Strassen sind sauber. Obwohl El Nido am nördlichen Zipfel von Palawan liegt und daher doch recht abgelegen ist, gibt es in den zahlreichen Sari-Saris ein erstaunlich grosses Angebot an Waren. Es gibt auch zwei Satelliten-Internets. In El Nido isst man auch sehr gut. Vor allem die Kochkünste von Lala im Lally-Abbet haben es mir angetan. Empfehlenswert ist aber auch ein Besuch im Squidos sowie im Artcafé, bei Landsfrau Judith, die bereits seit zwölf Jahren hier lebt. Die Thailänder werden es mir vielleicht nicht verzeihen, sorry, aber in El Nido habe ich den bisher besten Reis gegessen!
Von den zahlreichen möglichen Ausflügen ist das Island Hopping (Insel-Hüpfen) die grosse Attraktion. Die Bucht von Corong-Corong sowie die Wasserfälle sind weitere Tagesziele, die mit Mountainbikes unternommen werden können. Es gibt in El Nido auch Luxusanlagen wie etwa diejenige von Lagen Island. Eine Übernachtung kostet dort US $ 356! Ist so was nicht ein Blödsinn? Mich würde das Geld reuen, nicht so die zahlreichen Koreaner.

Das Paradies

Für 400 Pesos kann man sich bei der Judith im Artcafé einer Bootstour anschliessen (Minimum 4 Personen). Wer alleine ein Boot chartern will wie wir, bezahlt im Lally-Abbet Tausend Pesos für eine Tagestour. Nach wenigen Minuten tuckern wir an der vorgelagerten Insel Cadlao vorbei. Versteckt hinter den zahlreichen Buchten kommen einladende weisse Sandstrände zum Vorschein. Vor uns liegt die Helicopter-Island. In der Ferne, durch den Dunst kaum voneinander zu trennen, die lang gezogene Matinloc-Island und links davon die Miniloc-Island auf welche wir zusteuern.

Die See ist ruhig.

Zwischen den schroffen Kalksteinfelsen führt ein Einschnitt zu einer herrlichen Lagune, die Small Lagoon. Eingangs davon wird der Bootsmotor abgestellt und das Boot gleitet in einer immensen Ruhe lautlos über das kristallklare Wasser. insel_04.jpgLeider sind die Korallenbänke bereits sehr stark beschädigt, dennoch ist das Schnorcheln inmitten der zahlreichen bunten Fische der Plausch. Einige Fische sind sehr frech und beissen mich in den Oberschenkel! Durch einen Tunnel schwimmen wir in die hintere Lagune. Herrlich wie die Felsen rund um uns steil aus dem Wasser aufragen, einfach sagenhaft! Wir tuckern weiter. Am Miniloc Island Resort vorbei, auch keine billige Anlage, geht’s nördlich zur Big Lagoon, die grosse Lagune. Leider bedeckt sich der Himmel immer mehr und es beginnt sogar leicht zu regnen. So ein Pech! Dass wir ausgerechnet beim Insel-Hüpfen keinen schönen Tag erwischt haben, ärgert mich. Gestern war es doch noch so schön. insel_06.jpgDie grosse Lagune ist noch eindrücklicher. Da Ebbe herrscht, muss das Boot im Eingang ankern. Zu Fuss geht es entlang der rechten Seite ins Innere der Lagune.

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Es ist Mittagszeit.

Wir verlassen die Lagune Richtung Simizu Island. insel_07.jpgHier wird grilliert. Wir sind nicht alleine. Alle Bootstouren machen hier ihren Mittagaufenthalt. Unser Menu ist Lapu-Lapu, der beste und teuerste Fisch, sowie Poulet. Die Wolken haben sich verzogen und die Sonne lässt die Insellandschaft wieder in vollen Farben erleuchten. Als nächste Insel steuert unser Kapitän, Edmund, die Intalula Island an. Die Insel scheint nicht besonders reizvoll zu sein, als wir jedoch die Ostküste anpeilen, leuchtet von weitem ein kleiner, wunderschöner weisser, von Kokospalmen besetzter Sandstrand. Ist dies das Paradies?

Edmund beim grillieren

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Weiterfahrt zur Insel Simizu

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paradies_03.jpg Die Beach von Intalula Island

Nebel, 5 Grad Celsius!

Soeben habe ich von meiner Schwester Therese aus Biel ein SMS erhalten. Nebel und 5 Grad Celsius soll es dort sein! Brrrr… Wie kann man in einem solchen Klima leben? Nach der gestrigen Bootsfahrt geht es heute zu Wasserfällen. Jonathan, unser Trike-Fahrer, hat uns diesen Vorschlag gemacht. Mann müsse allerdings dahin marschieren, aber es sei nicht weit, meint er. Wenn dies ein Filipino sagt, dann kann es wirklich nicht weit gehen. Die Wasserfälle befinden sich auf dem Wege zum Flughafen, weiter Richtung Pasadena, etwa 15 Kilometer von El Nido entfernt. Alleine wäre es nur schwer möglich die Abzweigung zu den Fällen zu finden. Jonathan fungiert daher zugleich als unser Führer. Der Marsch führt anfänglich zwischen Reisfeldern hindurch. Nach wenigen hundert Metern stehen wir vor dem ersten Problem: ein Wadentiefer Bach muss durchquert werden. Schuhe aus, Socken aus, Socken an, Schuhe an. Doch es ist nur der Erste von acht Bächen! Beim zweiten behalten wir die Schuhe gleich an. Es geht immer tiefer in den Dschungel. Von einer Viertelstunde Marsch kann keine Rede sein. Wir haben erst drei Bäche durchquert, fünf stehen noch bevor. Unser Jonathan muss ein ganz spezielles Zeitgefühl haben, oder hat er vielleicht absichtlich die Marschzeit untertrieben um uns nicht abzuschrecken? Der Pfad steigt nun immer steiler an. Wir glauben bereits das Rauschen des Wasserfalls zu hören und freuen uns schon. Es geht unentwegt weiter. Haben wir schon Halluzinationen? wasserfall_02.jpgNach einem flacheren Stück geht es nochmals bergauf. Endlich, nach vierzig Minuten, hören wir ganz Klar plätscherndes Wasser. Vom Weg geht es links zum Bach hinunter. Wir folgen dem Wasserlauf noch einige Meter hinauf und stehen total verschwitzt vor “unserem” Wasserfall. Die Versuchung auf ein erfrischendes Bad wegen fehlender Badehose zu verzichten ist zu gross! „Füdli blut“ ist es umso schöner.

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Zurück in El Nido

elnido_tafel.jpgverschlechtert sich das Wetter. Es herrscht ein starker Wind. Es seien die Auswirkungen des Taifuns „Violeta“, erklärt man uns. Und es soll gleich nochmals einer, Taifun “Winnie”, vom Pazifik her auf die Ostküste der Philippinen zusteuern! Es beginnt zu Regnen. Sollte sich das Wetter bis übermorgen nicht wesentlich bessern, müssen wir damit rechnen, dass unser Weiterflug nach Puerto Princesa wohl ausfallen wird! Den ganzen Tag stürmt und regnet es heftig. Erst gegen Abend beruhigt sich das Wetter ein wenig. Sollten wir nicht fliegen können, wird uns nichts anderes übrig bleiben, als mit dem Bus nach Puerto Princesa zu gelangen. So schlimm wäre diese Fahrt ja auch wieder nicht, aber auch ich ziehe den 45minüten Flug einer acht- bis zwölfstündigen holprigen Busfahrt vor! Wir müssen abwarten…

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Unsere Variante für die Weiterreise: 45 Minuten Flug oder 12 Stunden mit dem Bus…

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©1999-2007 Text und Foto Willy Blaser

Posted by Willy Blaser on Dezember 15, 2004 in El Nido, Reiseberichte

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