Angeles City II
„Alte“ Bekannte
Ich bin jedes Mal froh und erleichtert im Hotel Sunset Garden einchecken zu können. Die Atmosphäre ist familiär und ich fühle mich bei Alois und Hansruedi, dem Schweizer Management, einfach wohl. Mit viel Freude treffe ich wieder „alte“ bekannte Gesichter
„Commander“ René Wyss, der „Österreicher“ Willi oder „Pinatubo“ Ben. Auch das Wiedersehen mit dem Servierpersonal, der immer eleganten Caron, der stets strahlenden Cindy und der immer für einen Spass aufgelegten Rose freut mich. Man lernt im „Sunset“ auch viele nette Schweizer kennen Inflagranti-Hans, Swissair-Reini, Gärtner-Manfred, Lumumba-Roli, Urs, Heinz, Andy, Rolf, Franz, Peter oder Martin.
Treffpunkt
Touristen und Residenten, vorwiegend Schweizer und Deutsche, treffen sich regelmässig im Sunset Garden zu einem Schwatz oder einer Partie Billard. Es ist immer etwas los. Mit den Neuankömmlingen gibt es auch regelmässig aktuelle Schweizer Tageszeitungen. Die Lage des Hotels an der Fields Avenue, auf der Höhe des US-Militärfriedhofs, neben der Petron Tankstelle und der Iglesia ni Christo, ist zudem gut gelegen. Innert wenigen Minuten ist man mit dem Jeepney beim Main-Gate, dem Eingang zur ehemaligen Base, wo sich auch ein kleiner Markt, Einkaufsläden, Restaurants, Internets und das Vergnügungsviertel befindet. 
Alles beim alten
Seit meinem Weggang ist der Fahrpreis der Jeepneys von der Petron Station zum C-Point um einen Peso teurer geworden und kostet nun 4 Pesos. Die Fahrt mit diesem lokalen Transportmittel ist nach wie vor ein kleines Erlebnis. Wie beim Start zu einem Formel 1-Rennen, stehen die Fahrzeuge in Zweierkolonne beim C-Point-Terminal zur Abfahrt bereit. Ausgeschnittene Pneus im Boden eingelassen, dienen als Startlinie. Gefahren wird erst, wenn das Fahrzeug voll ist. Selten dauert es mehr als fünf Minuten bis die 16 Plätze besetzt sind. Die Fahrzeuge sind in einem miserablen Zustand, halbe Wracks. Die Pneus weisen meist kein Profil mehr auf. Selbstverständlich wird damit auch in der Regenzeit gefahren. Das Armaturenbrett ist aus Holz. Ausser der Tankanzeige funktioniert kaum etwas.
Wie Sardinen
Die Passagiere sitzen so eng aufeinander, da haben sogar die Sardinen in ihrer Büchsen noch mehr Platz! Dies ist aber manchmal gar nicht so unangenehm, vor allem dann, wenn es dadurch zu engem Körperkontakt mit hübschen Fräuleins kommt, oder Dir durch den Fahrtwind, die schönen schwarzen, seidigen und duftenden Haare ins Gesicht flattern. Die Vehikel sind zudem so tief, dass man stets gebückt Ein- und Aussteigen muss. Ungewollt sieht man daher beim Aussteigen der weiblichen Passagiere immer die Farbe der Höschens!
„Payaad“
Das Einkassieren des Fahrtgeldes ist auch so eine Sache, typisch philippinisch. Um den Fahrpreis von vier Peso dem Fahrer zu bezahlen rufe ich „payaad“. Der Fahrer reckt seine rechte Hand nach hinten und kassiert das Geld. Je nachdem wo ich sitze, wird das Geld von Passagier zu Passagier nach vorne überreicht. Auf gleiche Weise kommt das Wechselgeld zurück. Jeder Passagier bezahlt wann er will. So kommt es während der Fahrt oft zu einem nie zu Ende gehenden Einkassierprozedur. Dass es durch diese Ablenkung nicht zu mehr Unfällen kommt ist verwunderlich. Als weitere Transportmöglichkeiten gibt es die Trikes, Motorräder mit gedecktem Seitenwagen. Diese kosten für die gleiche Fahrt jedoch das Zehnfache.
[Ratings]
©1999-2007 Text und Foto Willy Blaser
If you enjoyed this post, please consider to leave a comment or subscribe to the feed and get future articles delivered to your feed reader.
Leave a Reply
You must be logged in to post a comment.




