Die Amerikanischen Militaerbasen
Strategische Bedeutung

Die Philippinen waren durch ihre Lage zwischen dem Pazifischen Ozean einerseits und dem Südchinesischen Meer anderseits (in der Nähe der kritischen Meerengen, welche zum indischen Ozean und in den Nahen Osten führen) für die Amerikaner von äusserst grosser strategischer Bedeutung. Die Bedeutung der Basen wuchs noch an, als die Russen nach dem Ende des Vietnamkrieges die frühere amerikanische Base in Cam Ranh Bay (Südvietnam) übernahmen. Insgesamt 45 000 Amerikaner waren in beiden Basen Clark und Subic stationiert. Für eine eindrückliche und kompetente Führung durch die ehemaligen Basen sorgt Rene Wyss. Er weiss und kennt alles!
Es ist kaum vorstellbar was für Anlagen in diesen Basen vorhanden waren. Man konnte in Clark alles finden was das Herz begehrte. Es gab Fussball-, Baseball-, Eishockeystadien, Schwimmbäder und vieles mehr. Clark Air Base, mit 58 000 Hektaren (zweimal so gross wie der Kanton Zug) konnte sich selbstständig versorgen und verfügte über ein eigenes Elektrizitätswerk, eine Ölpipeline direkt von der Küste sowie ein 600-Betten Spital. Clark war das Ausbildungszentrum für Piloten. 8-10 Mal im Jahr wurden die berühmten „Cope Thunder Exercise* durchgeführt. Man hatte statistisch festgestellt, dass die meisten Abschüsse in den 10 ersten „Sorties“ über feindliche Gebiet erfolgten. Für diese Übungen, welche im Crow Valley simuliert wurden, kamen jedes Mal rund 1 000 Piloten inkl. Crew nach Clark.

Während des Vietnamkrieges waren in Clark gegen 50 B-52 Bomber und 120 Kampfflugzeuge stationiert, welche Tag und Nacht im Einsatz standen. In Clark wurden auch die gefallenen GI’s in riesigen Tiefkühlhallen bis zu ihrem Abtransport in die USA aufbewahrt. In den gleichen Lokalitäten befindet sich heute ein bekanntes Steak-House. Meine Guete! Ebenfalls in Clark wurden die 70 000 Babies und Mütter der Aktion „Baby lifting“ empfangen (von GI’s geschwängerte Vietnamesinnen). Es war dies eine der letzten Aktionen der Amerikaner einige Stunden vor dem Einmarsch der nordvietnamesichen Truppen in Saigon Ende April 1975.
(Foto unten US-Militärfriedhof in Angeles)
Videomaterial 1990 Clark Airbase
[youtube LiulvXXQ2Y8 Clark 1990]
Subic Naval Base
Rund 60 km von Angeles entfernt, in Olongapo, liegt die Subic Naval Base, in welcher sich vier riesige Trockendocks befanden. Diese Base ist mit 70 000 Hektaren, wovon mehr als die Hälfte Dschungel ist, noch imposanter als Clark. Während der Tonking Krise 1972 waren110 Kriegsschiffe in Subic stationiert. Während des Golfkrieges 1990/91 lagen etwa 40 riesige Kriegsschiffe vor Anker. Unter den regelmässigen Besuchern der Base zählten so bekannte Flugzeugträger wie die USS Enterprise, die USS Independence oder die USS Nimitz. Atomare Waffen wurde mit U-Booten nach Subic gebracht, wo sie unter strenger Geheimhaltung in Bunkern im Dschungel des Naval Magazine gelagert wurden (siehe Foto unten).

Auf spektakuläre Art und Weise wurde in Subic auch eine Landepiste bebaut. Dafür musste richtiggehende ein Berg abgetragen werden. Tagsüber gleicht der Cubi Airport eher einem Provinzflughafen, doch nachts, zwischen 23.00 Uhr und 05.00 Uhr kommen regelmässig 16 Jumbos herein. Sämtliche Cargoflugzeuge der Federal Express aus ganz Asien-Pazifik kommen hierher, um die Güter zu verteilen.
Rauswurf mit wirtschaftlichen Folgen
Clark und Subic waren die schönsten und bestausgerüsteten Basen ausserhalb der USA. Aussenminister Ramos und US Staatssekretär Dean Rusk kamen 1966 überein, den ursprünglichen Pachtvertrag von 99 Jahren auf 25 Jahre, bis Ende 1991, zu verkürzen. Um das Budgetdefizit der USA unter Kontrolle zu bringen, regte US Präsident Bush an, die Überseetruppen zwischen 1991 und 1995 um 50% zu reduzieren. Mit der Nichtverlängerung resp. der Schliessung der beiden Basen in den Philippinen hätte man dieses Ziel bereits erreicht. Die Amerikaner waren dann dennoch wieder an einer Verlängerung des Pachtvertrages interessiert, der Preis der Filipinos dafür betrug jedoch 1 Milliarde $ jährlich! Mit der Zerstörung der Anlagen durch den Ausbruch des Pinatubo wurde den Amerikanern der Entscheid, die Basen aufzugeben, leichter gemacht. Innert 72 Stunden zogen am 16. Juni 1991 76 000 GI’s ab. Mit der Aufgabe von Clark im November 91 erbte die philippinische Regierung Infrastruktur und Material im Wert von 8 Milliarden US$. Aus der Übergabe in Clark klüger geworden, zogen die Amerikaner in Subic während einem Jahr Tag und Nacht Material im wert von ca. 100 Milliarden US$ ab. Übriggeblieben ist aber immer noch eine Infrastruktur im wert von 9-10 Milliarden US$!
In den beiden Basen waren je bis 40 000 Filipinos direkt beschäftigt, zig-Zehntausende indirekt. Die Amerikaner bezahlten der philippinischen Regierung für beide Basen jährlich 800 Mio US$, wobei die Hälfte für den Bau von Schulhäusern, Strassen, Spitälern, Infrastruktur und Medical Mission verwendet wurde. Welch wichtige Handelspartner die Basen waren, verdeutlichen auch einige Zahlen aus dem Jahre 1985. Clark kaufte jeden Monat Früchte und Gemüse im Wert von 2,2 Mio Pesos. Lokale Einkäufe für Fruchtsäfte und Milchprodukte machten nochmals 675 000 Pesos pro Monat aus. Dazu kamen lokale Produkte wie Zement, Rattanmöbel etc. Etwa 900 Firmen hatten Lieferungsverträge mit den Amerikanern. Die Millionen flossen. Zum vergleich ein Sack Reis kostete damals 350 Pesos und ernährte eine 6-köpfige Familie einen Monat lang. Rechnet selber aus, welche wirtschaftlichen Vorteile die Amerikaner mit ihren beiden Basen für die Leute bedeudeten.
Freihandelszonen
Beide Basen sind inzwischen für industrielle Zwecke umgebaut worden. Rund 250 Investoren (nur Leichtindustrie ist erlaubt) vornehmlich aus Japan, Korea und Formosa sind heute ansässig. Clark und Subic sind auch Freihandelszonen. Es gibt rund 25 Duty Free Shops. Beide Basen sind auch ein immenses Vergnügungszentrum für die oberen 10 000 Filipinos, welche am Wochenende aus dem lärmigen und stinkenden Manila hierher zur Erholung kommen. Alles ist vorhanden 5-Stern Hotels mit Konferenzräumen, Golfplätze, Casinos, extravagante Disco, internationale Restaurants, Wasserpärke und vieles mehr. Das Vergnügungsangebot in Subic ist noch gewaltiger als in Clark. Etwa 100 verschiedene Sportarten werden angeboten, vom Wracktauchen über Gold, Tennis, Reiten, sogar ein Formula-3 Ring ist vorhanden. Es gibt ein halbes Dutzend 5-Stern Hotels. Alleine für das Gipfeltreffen der Asien-Pazifik Konferenz von 1996 wurden 6000 Hotelbetten geschaffen. Innert 6 Monaten wurden für die 18 teilnehmenden Staatsmänner prächtige Villen gebaut. Kostenpunkt 10 Mio Pesos pro Villa. Verkauft wurden sie nach der Konferenz für das Doppelte. Clintons Villa für das Vierfache! So etwas nennt man Geschäfte machen.
Clark wie Subic haben internationale Flughäfen, wobei lediglich Charterflüge aus Korea, Taiwan, Hong-Kong, Japan und Thailand Landeerlaubnis haben. Auf der längsten der Landepisten in Clark (3800 m) könnte sogar das Space-Shuttle landen.
Die ehemaligen Basen sind mit Gitterzaun und Stacheldraht umgeben. Der Zugang erfolgt über verschiedene Gates. Vor allem beim Besuch von Clark hat man den Eindruck, sich ausserhalb der Philippinen zu befinden. Schöne Strassen, kein Verkehrschaos, alle ist gepflegt, sauber und vor allem ruhig. Besondern schön wirken die zahlreichen hundertjährigen Akazienbäume, welche die Gegend verzieren.
(Foto oben das Main Gate in Angeles)
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©1999-2007 Text und Foto Willy Blaser
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