Abenteuer Philippinen mit dem Motorbike unterwegs
Abenteuer Philippinen mit dem Motorbike unterwegs von Angeles City nach Baler Aurora
TOURDATEN

- Strecke: zirka 250 Kilometer, sofern man die schwere, aber kurze Route, über Bongabon wählt
- Fahrzeit: zirka 7 Stunden, bei gutem Wetter
- Jahreszeit: Dezember bis April
- Anspruch: bei gutem Wetter anspruchsvoll, bei schlechtem Wetter sehr schwer
- Bike: Offroad Bike mit Straßeneignung z. B. Honda Transalp oder Yamaha Teneree
- Unterkunft: Häuser ab 1200 Peso die Nacht, direkt an der Sabang Beach
Lange schon ging mir der Gedanke durch den Kopf einmal die Pazifikküste der Philippinen zu besuchen. Schon so einige Jahre war der Blick auf die Landkarte geheftet, verbunden mit dem Wunsche einer größeren Tour.
Jetzt nach längerem Aufenthalt in Angeles City und dem Kontakt mit Kumpel Steini aus München, wurde sozusagen über Nacht aus dem Traum ein Plan. Nachmittags wurde noch hin und her überlegt und dann beschlossen, wir fahren nicht nach Bataan, da es dort zu dieser Zeit übervoll mit Filipinos ist (Feiertage), sondern es geht nach Baler, die entgegengesetzte Richtung.
Roland, meinte auch dort könnte es uns erwischen, das die Zimmer sehr teuer und alle ausgebucht sind, außerdem sei auch die Jahreszeit nicht günstig wegen des Wetters. Naja trotzdem wollten wir unseren Plan nicht mehr ändern. Selbst die Information, das es zirka 50 Kilometer durch das Gebirge, auf sehr schwieriger Strecke vorangeht, konnte uns nicht mehr davon abbringen.
Bestenfalls meinen Kumpel Steini davon, eine Shopper Maschine zu nehmen, er wählte dann eine 400 Yamaha aus. Ich hatte mich schon zuvor in eine Honda 660 Transalp verliebt…. Insbesondere da diese über einen Koffer verfügte.
um 18 Uhr mieteten wir dann die Bike für 3 Tage und fuhren diese nach Hause, hier wurde bei einer oder auch zwei Flaschen Bier nochmal alles durchgesprochen und der Startpunkt auf 8 Uhr festgelegt.
Zeit zum Frühen schlafen gehen und Familie Steinig fuhr von dannen.
Start
Gut ausgeschlafen, ging es dann am Morgen über den Nord Luzon Highway am Mt. Arayat vorbei nach Gapan. Diese Nebenstrecke ist gut befahrbar und bietet einen schönen Ausblick auf den Vulkan Arayat.
die Morgensonne scheint hierbei seitlich auf die Flanken, so das die Farben sehr schön zur Geltung kommen.
Gapan & Cabanatuan
Nueva Ecija ist eine philippinische Provinz im Bezirk Central Luzon auf der Hauptinsel Luzon. Die Hauptstadt ist Palayan. In der 5.284,3 km² großen Provinz lebten im Jahre 2000 1.659.883 Menschen, wodurch sich eine Bevölkerungsdichte von 314 Einwohnern pro km² ergibt. Neben Tagalog (Anteil: 60%) wird Kapampangan und Ilokano gesprochen.
ab Gapan geht es über die Hauptstraße weiter nach Cabanatuan, hier ist mit Staus und sehr viel Verkehr zu rechnen, insbesondere in Cabanatuan braucht es seine Zeit, sich hindurchzuschlängeln. Auf der 6 spurigen Straße quer durch die Stadt geht es dann aber mit dem Bikes zügig vorran. Alle Ampeln blinken Gelb oder sind sowieso außer Betrieb. Mutiger geworden, fahren wir im zwischen den Fahrzeugen hindurch, oder auf dem Seitenstreifen entlang.
Immer mit dem Risiko von einen plötzlich ausscherenden Tricycle, Bus oder Jeepney abgedrängte zu werden. Das eine oder andere Mal wird es auch verdammt knapp und nur durch das gute Reaktionsvermögen oder die Motorkraft des Bikes gerade noch gerettet. Ein ums andere Mal wird dem hinterherfahrenden Steini, mehr als Bange bei meinen Kunststücken.
Rast
Immer wieder wird die Fahrt unterbrochen, um nach dem Weg zu fragen, meistens sind wir auf dem richtigen Weg, aber hin und wieder muss auch mal gewendet werden. Am Ausgang von Cabanatuan wird erst mal eine ausgiebige Rast eingelegt. Frische Ananas locken, diese zu probieren. Also lassen wir uns eine aufschneiden, und …… der süße Saft tropft in Strömen aus dem Mund. Einfach köstlich!!!
Nun kommen die weiten Ebenen bis Palayan, unterbrochen durch kleinere und größere Flüsse, dem Pampanga, Malimba, Talavera and Chico River.
Die wichtigste Einkommensquelle ist die Landwirtschaft. Mais, Auberginen, Zwiebeln und Zuckerrohr werden in
großen Mengen produziert. In manchen Gemeinden befinden sich große Mango- oder Bananenplantagen. In der großen Ebene von Nueva Ecija gibt es außerdem unzählige Reisfelder. Dadurch wird die Provinz zum produktivsten Reiserzeuger des Landes. Auch im Zwiebelanbau ist Nueva Ecija Spitzenreiter in Südostasien. Der Großteil der Zwiebeln stammt aus der Gemeinde Bongabon.
Sierra Madre
Ab Palayan kann man am Horizont die Gebirgskette der Sierra Madre bereits erahnen, gewaltig erstreckt sich diese am Horizont entlang. Dort müssen wir hinüber….. ohje . Im Norden befinden sich die Kordilleren und die Caraballo Berge. Der leichte Anstieg fällt zunächst kaum auf.
Bongabon
überall sieht man hier Felder mit Zwiebeln, die größten der Region stammen von hier. Überall liegt der scharfe Geruch in der Luft. Es ist Erntezeit und viele tausend rötliche Säcke stehen überall herum.
Transportkarren mit Wasserbüffeln, verstopfen die schmalen Straßen. Zusätzliche liegt auf den Betonstraßen der Reise goldgelb zum Trocknen aus. Dadurch wird das Fahren zu einem Hindernislauf und im Zickzack geht es immer weiter auf die Berge zu.
Allmählich weht uns von den Bergen ein kühler Wind zu und die kaum zu ertragenden über 35 Grad, werden nun deutlich kühler. Die den Motoren, welche Ihre heiße Luft, durch das Gebläse, ungünstigerweise direkt am mein Bein blassen, werden nun etwas abgekühlt. Jetzt kommen auch immer wieder Abschnitte ohne Beton, oder bereits erheblich zerstörte Straßen.
Je weiter wir uns begeben, umso einsamer wird es, dafür nimmt jetzt die Vegetation zu, es wird grüner und dunkler. Die Bäume immer größer und was sehr erstaunlich ist, der Krach durch Zirpen, summen und pfeifen aus dem Wald, übertönt sogar noch die nicht gerade leisen klaenge des Bikes.
Immer wieder fährt einer voraus und wartet, um dann mittels Foto und Video den anderen im Bild zu verewigen. Wir sind alle absolut begeistert, selbst unsere Mädels, anfänglich etwas skeptisch, gewinnen immer mehr Spass und Freude. So haben wir alle einen Riesen Spaß.
Urwald, Offroad und Abenteuer
Die Straße inzwischen nur mehr ein Weg, aus Steinen und Geröll, schlängelt sich in Serpentinen an den Bergen entlang. Es geht immer bergauf und bergab. Allerdings steigt die Strecke bis auf Ihren höchsten Punkt auf 1724 Meter, im Verlaufe der ersten 30 Kilometer, ab Bongabon an.
Brücken weggespült zeigen deutlich, welche Naturgewalten hier herrschen. Straßen unterspült, durch Erdrutsche mit Steinen und Geröll überflutet zwingen immer wieder zu extremen Fahrmanövern. Das eine oder andere mal wird die Situation mehr als brenzlig einen Sturz in 200 oder 300 Meter tiefe anzuwenden.
Wasserfälle und kleine Bäche müssen überwunden werden, bieten aber in Ihrer Ansicht ein wunderbares Bild, der ungezuegelten Natur. Auf einmal öffnet sich ein riesiges Tal mit Geröll und einem kleinen Wasserlauf in der Mitte.
Hier wird uns jetzt richtig deutlich, was für ein Glück wir haben, das es nicht regnet. So abhängig vom Wetter wird man wohl kaum irgendwosonst sein. Sieht man sich den Fluss und die dahinter in einem Schrotthaufen liegende Brücke an, weiß man das es bei Regen kein durchkommen gibt. Das könnte dann tagelange Wartezeiten bedeuten.
Der Unfall
Um 14 Uhr an einer große Brücke über den Fluss bei Labi Nueva Ecija, gab es ein Panorama, welches zu einer Fotopause einlud. Der Anfang und das Ende der Brücke sind mit Behelfskonstruktionen aus Stahlplatten mit dem Rest der Brücke verbunden. Ein riesen gepolter, wenn Autos und Busse mit vollem Tempo darüber donnern und die lose verlegten Platten auf und niederschlagen.
Leider hat es jetzt meinen Kumpel Steini veranlasst, sich mit dem Bike, ans das untere Flussbett zu begeben.
In der Annahme er wolle dort besser Fotos machen, rechnete niemand mit dem, was gleich kommen sollte. Nach einer kurzen Pause biss der Übermut nämlich zu und er versuchte den Fluss zu durchqueren.
Etwa auf der Hälfte ging der Motor durch eindringendes Wasser aus und die Strömung riss ihn von den Beinen. Mit Mühe gelang es ihm das Bike ans Ufer zu schieben.
So schnell es eben ging fuhr ich der anderen Seite entgegen und schob da erst mal erstmal heraus.
Tourabbruch?
Ein Test,, grabgrab, ….Rührte rührte sich mehr. Keine Lampe, kein Strom und kein Anlasser. Oh Schreck was tun. Denn einen Kickstarter hat die Yamaha nicht mehr.
Durch ähnliche Unfälle schon erfahren, sagte ich wir müssen uns in Geduld fassen und warten, bis es trocknet. Also schoben wir das Bike erst einmal weiter nach oben. Dort stellten wir es in die Sonne. Anwohner des Ortes begeistert über unsere großen BIG BIKES halfen beim Schieben und das ganze Dorf lief inzwischen zusammen.
Als nach 20 Minuten zumindest die Kontrolllampe anzeigte, war klar die Batterie hat keinen Strom mehr um den Anlasser zu betätigen. Ein erster Versuch sie an zuschieben, brachte nur klitschnasse Kleidung vom Schwitzen aber keinen noch so kleinen Zündungsversuch.
Ich fragte einen der Einwohner jetzt, ob sie nicht ein Stromkabel und einen Kreuzschraubendreher hätten.
Und oh Wunder keine 5 Minuten später hatte ich das gewünscht in der Hand. Konnte jetzt an meinem Bike den Batteriedeckel öffnen und mit dem Kabel etwa 0,75 Qm beide Brücken. Jetzt stand wieder ausreichend Strom zur Verfügung und der Anlasser lief, aber trotzdem ohne Wirkung. Erst, nachdem auch noch alle Steckverbindungen trocken gewischt wurden, stellte sich erste Zündungsversuche ein.
Die pfiffigen Filipinos organisierten sogar noch einen Kerzenstecker ( ist mir bis heute ein Rätsel, wo die das ganze Werkzeug herhatten… ) und trockneten die Kerze und den Stecker.
Jetzt endlich sprang die Maschine wieder an, lief aber stotternd und ohne Gas anzunehmen. Naja wir liesen sie laufen und da gerade ein Verkäufer Halo Halo Anbot, kaufte Steini für alle Anwesenden ( etwa 30 Kinder ) jedem davon und zusätzlich noch eine Cola. Das kostete kaum mehr als 5 Euro, aber wurde als Dank für die Hilfe gerne angenommen. Nach einer weiteren halben Stunde konnte es im gedrosselten Tempo weitergehen.
Die Brücke
Willkommen in der Province Aurora, einen guten Teil des Weges lag jetzt hinter uns.
Die Behelfsbrücke etwa 10 Meter lang sieht noch recht neu aus, mit Schrecken sehen wir dahinter die Stahlkonstruktion einer ehemaligen großen Brücke. Alles verbogen und verbeult.
Aus dieser kleinen Brücke schauen uns mehrere Kinderaugen an. Die Kinder spielen darunter und haben Ihren spaß, wenn Fahrzeuge über Ihnen fahren. Wir machen hier eine Pause und genießen dieses atemberaubende Panorama der Berge um uns herum. Die Wolken ziehen tief um die Bergspitzen, aber die Sonne scheint.
Wir beobachten wie ein LKW mit vollem Tempo in den Fluss und und wir glauben es kaum, auf der anderen Seite auch wieder herauskommt.
Nach einigen kleine Fotosession, sagte und ein Blick auf die Uhr, es wird jetzt aber Zeit weiterzufahren.
Wir wussten zu diesem Zeitpunkt nicht, wie viele Kilometer noch vor uns liegen, das es mehr als 40 wahren, naja das hätte uns wohl geschockt.
So stiegen wir auf unsere Bikes und fuhren den Berg hinauf, über das Geröll und offenbar auch über einen Nagel ……
Der Nagel
Einige Kilometer weiter, verwunderte mich, das sich zunehmend schlechte fahrverhalten des Bike. Zunächst tat ich es als Problem der Straße …. Geröll, Steinstrecke ab, aber irgendwann schwannte mir etwas. Ein Stopp und ein Blick nach hinten, liesen alle Befürchtungen war werden, es bahnte sich ein Plattfuß an. Der Reifen inzwischen breit gedrückt hatte nur noch halb soviel Luft wie normalerweise.
Glücklicherweise handelte es sich um einen Grobstollen Reifen und es war der hintere. Nach einem kurzen Gespräch mit Steini, war klar es gab nur einen Ausweg. So schnell und so weit mit dem letzten bisschen Luft zu fahren, wie es nur möglich ist. Da Steini nicht so schnell auf Geröll unterwegs war, wurde beschlossen das ich voraus fahre um möglichst nahe an die nächste Stadt zu kommen, wo Hilfe zu holen wäre.
Also fuhr ich jetzt mit Wahnsinns Tempo immer kurz vorm Hinfallen, die Serpentinen rauf und runter. Kein Blick mehr für dieNaturschönheiten, einzig und alleine weiterkommen war der Gedanke. Denn hier konnte niemand helfen, ohne Werkzeug und in Kürze 3 Stunden geht die Sonne unter und wir mitten im Urwald, kein schöner Gedanke. Als 2 Einheimische den Weg kreuzten, konnte die nur sehr ungenaue Angaben machen, aber es waren mindestens noch 20 Kilometer Offfroadstrecke bis wieder eine Dorf kommen würde.
Also Vollgas und mit 60 bis 80 kmH ging es weiter. Kein Blick mehr auf den Reifen, das immer schlechter werdende Kurven verhalten sprach eine deutliche Sprache….. schneller schneller !!
Ein kleiner Tankstopp an einer typisch Philippinischen Tankstelle im Urwald …
Und oh wunder, etwa 10 Kilometer weiter auf einer Passhöhe, eine kleine Siedlung kaum mehr als 5 Häuser, sehe ich einen defekten LKW und Leute welche an dem Rad arbeiten.
Kurz dahinter liegen mehrere Reifen, WAHNSINN wir haben Glück es gibt einen Luftkompressor dort. Nach einigen Minuten der Reifen wieder mit Luft gefüllt, können wir den Weg etwas ruhiger fortsetzen. 10 Peso kostete die Aktion.
Willkommen in Baler
Endlich ergießt sich die Straße nach einigen Kurven, am Fluss in eine weite Ebene, welche mit Reisefeldern bedeckt ist. Grüne und gelbe Farben in der Abendsonne, eine von Bäumen geaseumten Allee, welch ein Traum wird hier war.
Dann sehen wir es, Willkommen in Baler steht über der Straße. Wir haben es geschafft im Lichte der untergehenden Sonnen, suchen wir uns am Strand ein Haus zu mieten. Werden auch bereits beim zweiten Versuch fündig, es ist das Haus des ehemaligen Gouverneur der Provinz Aurora. Dieses empfängt uns sehr herzlich, die ganze Familie freut sich über den Besuch.
Wir aber rennen erst einmal an den Strand, das warme Wasser und im Lichte der Abenddämmerung springen wir in die Wellen.
Vom Wasser aus bietet sich ein in goldgelbes Licht getauchtes Sabang Beach dem Betrachter.
Die Wellen laufen am Strand aus, einige Kinder schwimmen, aber alles ist in einer Beschaulichkeit und Ruhe, welche man nun aus Angeles gar nicht kennt.
Wir lassen den Abend bei einem üppigen Essen, in einem nur 5 Minuten entfernt stehendem Strandrestaurant ausklingen. Uns erwartet ein wunderbares Essen, Salate, Thunfisch, Eiscreme, Shake und vieles weiteres, für 4 Personen nicht einmal 1000 Peso.
Wir sind!Angekommen!!!!
Fotos und weitere Informationen
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